1905-1906 war das Werk mit der Opusnummer 1 einem neuen Instrument mit 51 Registern gewichen, in das die Orgelbauanstalt ihr gesamtes Können legte. Es gilt heute als eines der wichtigsten romantischen Orgeldenkmäler Württembergs. Es trägt die Opuszahl 450.

Ein weiterer Fernostauftrag ging 1909 ein, als eine Orgel für die Christuskirche Tsingtau (China) bestellt wurde. So wurden Orgeln in alle Welt geliefert, z.B. nach Südamerika (Asuncion wurde 1998 restauriert), Schweden, Norwegen, Finnland, Russland ........

Der quantitative Höhepunkt im Schaffen des Hauses Link lag zwischen 1887 und 1914. Es wurden nicht weniger als 484 Orgeln gebaut. Nach dem ersten Weltkrieg musste die Firma unter Inflation und Wirtschaftskrise leiden, der Bauumfang ging beträchtlich zurück.

Erst die beginnende „Orgelbewegung“ brachte eine heilsame Unruhe mit sich. Der zweite Weltkrieg machte jedoch alles zunichte. Erst nach Kriegsende konnte unter schwierigen Bedingungen an die unterbrochene Entwicklung angeknüpft werden.

Der Boom des Wirtschaftswunders der sechziger Jahre brachte auch dem Orgelbau einen gewaltigen Aufschwung. In diesen Jahren besann man sich bei Link wieder auf die traditionelle Bauweise und herausragende Qualität des klassischen Orgelbaus.

Heutige Link-Orgeln zeichnen sich durch höchste Qualität aus, die auf der Grundüberzeugung ästhetischer Konstruktion und Materialauswahl beruht. Zur Zeit wird gerade das Werk mit der Opuszahl 1085 gebaut und wir hoffen, dass noch weitere Instrumente folgen werden.
 

Der Orgelbaubetrieb Link wurde 1851 von den Zwillingsbrüdern Paul und Johannes Link gegründet. Ihre Lehre machten sie bei der Orgelbauwerkstatt Blasius Braun in Spaichingen, die ersten Gesellenjahre arbeiteten sie bei der Firma Walcker in Ludwigsburg. Im Jahre 1851 kam durch die Zusammenarbeit mit der Firma Gruol das Opus 1 in der Stadtkirche zu Giengen zur Vollendung. Dieses Werk war ausschlaggebend dafür, dass sich die Links in Giengen an der Brenz niederliessen. Zunächst arbeitete man im „Hirschkeller“, dann wurde der Betrieb an den Memminger Torplatz verlegt, wo er noch heute in unveränderter äußerer Form besteht.
Schon kurze Zeit nach Unternehmensgründung konnten die Brüder neue Absatzgebiete im In- und Ausland erschliessen. So wurde 1886 eine Orgel für die St. Anna- Kathedrale in Bombay (Indien) gebaut und per Überseedampfer auf einer zweimonatigen Reise verschickt. Es folgten eine Reihe weiterer Aufträge für Indien.

Um 1890 hatten die Gebrüder Link schon über zweihundert Orgeln gebaut. Eine Lithographie, wahrscheinlich zu Werbezwecken hergestellt, zeigt den Betrieb um etliches größer als er tatsächlich war und ist.

 

O r g e l n  - aus dem Ländle gibt es nun schon seit über hundertfünfzig Jahren.